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Das Werk Belval ist  zwischen 1909 und 1912 von der Gelsenkirchener Bergwerks AG an der Stelle eines 200 Hektar großen Gemeindewaldes („Escher Bësch“) gebaut worden. Das Werk galt seinerzeit als eines der fortschrittlichsten in Europa. Es erstreckte sich über ein Gebiet von etwa hundert Hektar und zählte sechs Hochöfen mit einer Tagesproduktion von jeweils 240 bis 250 Tonnen Roheisen. Ab 1912 arbeiteten hier mehr als 2000 Arbeiter. Das Werk Belval hat während seiner wechselvollen Geschichte die großen Energiekrisen und diverse Umstrukturierungen erlebt. Acht Jahre noch Inbetriebnahme wurde eine erste Erweiterung gebaut, nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte die nächste Vergrößerung. Zwischen 1965 und 1979 wurden drei Hochöfen der neuen Generation errichtet, die die bis 1960 betriebene Anlage mit sechs Hochöfen ablösten.

 

Nachdem Anfang der neunziger Jahre eine Umstellung auf Elektroofen erfolgte, wurde 1997 der letzte Hochofen stillgelegt und der westliche Teil des Werks wurde zur Industriebrache. Die Hochöfen A und B wurden am 18. Juni 2000 in die Zusatzliste der schützenswerten nationalen Denkmäler (Sites et Monuments Nationaux) aufgenommen, wohingegen der Hochofen C verkauft und nach der Demontage in China wieder aufgebaut wurde.

Die Hochofenterrasse bildete von jeher das Herzstück des Belval-Werkes. Hier wurde das Erz in Roheisen umgewandelt, um dann zu Stahl weiterverarbeitet zu werden und anschließend daraus im Walzwerk die unterschiedlichsten Produkte herzustellen. Die Anlage befand sich seit 1911 immer an der gleichen Stelle, wurde allerdings regelmäßig modernisiert, oder sogar komplett neu gebaut. Die Hochöfen waren entlang einer Nord-Süd-Achse aufgereiht. 15 der insgesamt 24 Hektar großen Fläche der ehemaligen Hochofenterrasse sind heute zum Standort der „Cité des Sciences“ (Stadt der Wissenschaften) mit einer Schienenanbindung im Süden geworden. Einige der Relikte der Industriekultur sind in das neue städtebauliche Konzept integriert und werden somit zum Symbol der Erneuerung, einem Bindeglied zwischen der Vergangenheit und der Zukunft.